Donnerstag, 18. März 2010

Unser kleiner Zoo

Wir haben keine Haustiere, aber viele Tiere im Haus und um das Haus herum. Die im Haus sind in der Regel winzig, jedoch lästig. Trotz Fliegengitter an Fenster und Türen gelangen Moskitos in die Wohnstube und verursachen zuweilen brennende Schmerzen. In der Küche spazieren winzige Ameisen auf der Suche nach Essbarem herum und wenn sie etwas gefunden haben, rufen sie gleich die ganze Verwandtschaft. Da diese kleinen Plagegeister nicht auf unsere Bitten, das Haus zu verlassen, reagieren, müssen wir sie leider in die ewigen Jagdgründe schicken. Es wird darauf geachtet, kein Essen herumstehen zu lassen, aber ganz beseitigen lassen sich die Kleinen nicht.

Draußen singen und pfeifen von früh bis spät die Vögel. Spatzen kommen zum Trinken an den Japanbrunnen und Tauben brüten im Baum vor dem Haus. Viele andere Arten von Vögeln sieht und hört man in der Siedlung, u.a. Spechte, Schwalben, Möwen und Reiher und andere mir unbekannte Arten, die manchmal nach ihrem Laut benannt werden, wie der Gawau. Über die Häuser fliegen schwarze Gänse und Störche. Letztere auch mal mit einer Schlange im Schnabel, denn die Gegend wird Kobrasumpf genannt und Schlangen hatten wir auch im Garten. Uns wurde gesagt, dass die beiden Hasen, die wir eine Zeit lang hatten und die wir auch im Garten springen ließen, diese anlocken würden. Wir haben sie einem Wächter geschenkt, zumal wir einige Tage verreisen wollten. Am anderen Tag kam er und sagte, ein Hase sei krank geworden und er habe einen Tierarzt bezahlen müssen. Er bekam trotz meiner Bedenken 1000 Baht. Nach unserem Urlaub wollte er 500 Baht leihen. Als Sicherheit überließ er uns seinen Wächterausweis. Den haben wir heute noch.






Natürlich krabbeln und fliegen die winzigen Mitgeschöpfe auch draußen rum. Hinzu kommen hüpfende Spinnen, Tausendfüßler, die bei Berührung mit dem Besen sich einrollen und hart werden, Hummeln, die Löcher ins Holz nagen, daumendicke Raupen mit wie aufgemalten Augen und viele Schmetterlinge. Kleine Drachen mit langen Schwänzen sonnen sich auf Steinen oder sitzen in den Sträuchern. Weil sie kaum flüchten, erschrickt man, wenn man sie unvermittelt sieht. Sie können aber auch schnell rennen und auf Bäume klettern. Neben diesen Eidechsen gibt es natürlich noch die Jinjoks, die abends aus ihren Verstecken kommen und an den Hauswänden klebend Jagd auf Insekten machen. Eigentlich habe ich diese Kerlchen ganz gerne, nur hinterlassen sie kleine, schwarze Ausscheidungen und sind deshalb im Haus sehr unwillkommen. Nachts geben sie oft zwitschernde Laute von sich. Und Frösche und Grillen geben dann Konzerte, unterbrochen von Hundegebell. Katzen streichen wenige herum und Mäuse sind auch selten. Nur zwei Mäuse haben wir erlegen müssen.

Es ist also ein Leben mit vielen Tieren. Die einen füttern wir – ich meine unsere Minifische in der Schale mit Lotuspflanzen, über andere wie die Vögel und den lieben Hund der Nachbarn freuen wir uns, mit anderen haben wir uns arrangiert und andere, die an unser Blut wollen, bekämpfen wir. Alles ist eingebunden in die Natur mit ihrem eigenen Rhythmus und ihrem Sinn und ihrer Schönheit. Jeden Tag draußen mit einer Tasse Kaffee zu beginnen ist uns wichtig. Und es blüht und grünt und zwitschert das ganze Jahr über.
Bei unseren Fotoalben habe ich eines mit Tieren hinzugefügt.

Kommentare:

R hat gesagt…

Dein Wächter hat deine Hasen gegessen und dir zuerst 1000 Baht und dann 500 Baht abgezockt.

Sicherlich lachen die heute noch über den doofen dummen Falang.

Mit 1.500 Baht seid ihr billig davongekommen. Andere verlieren Lebensersparnisse oder sogar ihr Leben in Thailand.

In der Regel schämen sich die Falangs dieser Geschichten und schweigen aber manchmal steht was im Internet.

Khun Han hat gesagt…

Damit hast Du sicher recht. Da haben wir Lehrgeld gezahlt.