Donnerstag, 27. Oktober 2011

Zum Ende des Maya-Kalenders

Vielleicht wird der 28. Oktober vorbeigehen wie viele Tage davor und danach. Sicherlich mit sehr viel weniger Aufregung als der 21.Dezember 2012. Was soll das Ende eines Kalenders eines antiken mittelamerikanischen Volkes auch für den Rest der Welt und für die heutige Zeit für eine Bedeutung haben? Mag er auch der genaueste von allen sein. Ich will hier auch nicht weiter auf Prophezeiungen und Spekulationen, auf Stellen in der Bibel und die Mythen vieler Völker dazu eingehen. Nur ein paar kurze Betrachtungen dürften angebracht sein.

Geschichte besteht aus Wiederholungen. Man sollte sich den Ablauf der Zeit nicht als Gerade, sondern als Spirale vorstellen oder als Pyramide. Die Entstehung und Gestaltung der Erde hat Jahrmilliarden gebraucht, das Leben darauf ist jünger, das menschliche Leben erschien erst seit kurzem. Wir sehen an unserem eigenen Leben, dass Entwicklungen wie auch Erfindungen in immer kürzen Abständen erfolgen. Es ist eine Täuschung zu sagen: das war immer schon so, z.B. auf Kriege und auf Veränderungen und Katastrophen in der Umwelt bezogen, und wird immer so sein. Wir bewegen uns nicht auf einer Geraden vom Urknall zu einer hochtechnisierten Superwelt. Alles erscheint genau betrachtet als eine Entwicklung des Bewusstseins. Es muss ein Ziel oder zumindest einen weiteren Entwicklungsschritt geben. Im Maya-Kalender lassen sich ganz bestimmte Ereignisse, Zeitabläufe und Entwicklungen zeitlich einordnen und voraussagen. Es gibt darin Wellenbewegungen wie Tage und Nächte mit den jeweiligen Höhepunkten und das in festen Zeitabschnitten. Es schadet nicht, einen bestimmten Zeitpunkt, der nun nicht auf den Ablauf eines Tages beschränkt sein muss, als vorgegeben anzunehmen. Sonst kann es sein, dass wer zu spät kommt, den ....

Ein gläubig (nach-)denkender Mensch, der das Bedürfnis und den Mut verspürt, sich aus der Sicherheit von Dogmen und Ritualen zu lösen und der Gotteserkenntnis zu zustreben, wird ohne ein Mystiker zu sein zu dem Verstehen gelangen, dass die materielle Welt und das Reich Gottes nicht getrennt voneinander existieren können. Die Trennung mag man Illusion oder einfach Unkenntnis nennen, aber es muss einen Punkt geben, wo sie aufhört. Nicht nur in der Erleuchtung eines Individuums, sondern angelegt als Plan für das Ganze. Und immer wird die Gotteserkenntnis untrennbar mit der Selbsterkenntnis verbunden sein.

Was Manchen an der Sache stören mag, ist ein empfundener Automatismus, eine Unausweichlichkeit, ein Ausgeliefertsein. Wo er doch gerne selbst sein Leben, seine Zukunft planen und bestimmen möchte. Was letztlich niemand kann. Und je näher einer dem Göttlichen kommt, desto mehr aus der Hand zu geben wird er bereit sein und das Geschaute und Erfahrene als Gnade, als Entgegenkommen Gottes zu sehen.

Ich habe die Schwäche, dass ich zu Erledigendes so lange wie möglich hinaus schiebe. Das war oft der Fall, wenn ich z.B. eine Arbeit oder eine Rede abzuliefern hatte. Der näher rückende Termin setzte dann eine nicht geringe Menge Adrenalin oder Energie frei. Ähnlich ist es mit diesem Termin. Er drängt mich zur Entscheidung und Konzentration. Selbst wenn er ohne besondere Vorkommnisse vorüber geht, ist eine Schwelle überschritten, eine andere Stufe erreicht.

Meine Gattin erzählt gerne den Leuten, dass ich schon vor langer Zeit gesagt habe, dass das Ende der Welt bevorstehe und Bangkok im Wasser versinken werde, und sie auch daran glaube. Wenn das auch nicht meine Worte waren, so ist eine ähnliche Katastrophe doch da. Noch ist in unserer Siedlung alles trocken und ich glaube auch nicht, dass das Wasser bis an unser Haus kommen wird. Wir haben keinerlei Vorbereitung getroffen, im Gegensatz zu vielen unserer Nachbarn. Demnächst werde ich einen Lagebericht geben. Und das letzte Kapitel der Augengeschichte will ich auch noch schreiben.

Freitag, 14. Oktober 2011

Der Neue Mensch

Dass eine Weiterentwicklung der Menschheit möglich ist und nun bevorsteht, wusste ich, seit ich mit 17 die Werke Aurobindos las. Mit der Vertiefung in christliche und indische Mystik und Philosophie und nach mehrmaligen Aufenthalten in Winterthur bei Swami Omkarananda entschied ich mich 1973 nach Indien zu reisen, auf der Suche nach der Wahrheit und nach einem gangbaren spirituellen Weg. Zwei Jahre später saß ich in Tokyo vor Omori Sogen und sagte: "Ich suche den Neuen Menschen." - "Sei es selbst!", war seine Antwort.

Im Universellen Leben hörte ich von den Katastrophen der Endzeit, der Wiederkunft Christi und der Rettungsaktion unserer Brüder im All. Wir bereiteten uns auf das Kommende vor. Erdbebensichere Häuser auf Hügeln, außer Reichweite der Überflutungen, wurden gebaut, Vorräte angelegt und neue Formen des urchristlichen Zusammenlebens geübt. Für einige "Geschwister" hatte ich Gasmasken zu besorgen. Als ich mich davon frei machte und Jahre später die Entscheidung zur Auswanderung nach Thailand traf, wusste ich noch nichts von Nibiru und 2012 und dem Ende des Maya-Kalenders. Ich wollte nur den Weg nach Innen gehen.

Es liegt mir fern, jemand davon überzeugen zu wollen, dass wir in einer entscheidenden Zeit des Umbruchs leben. Jeder hat die Wahl sich zu informieren und sich das Wissen im Hintergrund anzueignen oder weiter zu schlafen und sich vor dem Bildschirm betäuben zu lassen. Bei denen, die die Zeichen der Zeit sehen, gibt es unterschiedliche Reaktionen. Die einen besorgen sich Waffen und Vorräte, legen ihr Geld in Edelmetallen und Immobilien an und sorgen sich um ihr Überleben. Andere hoffen auf die Rettung durch Ufos oder auf die in der Bibel angekündigte Entrückung. Viele bereiten sich auf den großen Ritt vor, wenn die Kontinente sich bei einem Polsprung verschieben werden.

Noch ferner liegt es mir, konkrete Ratschläge zu erteilen, wie man sich im Äusseren verhalten sollte. Zu Gold habe ich absolut keine Beziehung und auf Waffen und Rückzug in sichere Gebiete würde ich auch nicht setzen. Das Motto lautet nicht: "Rette dein Leben!", sondern: "Rette deine Seele!" Passives Abwarten ist jedoch ebenso fehl am Platz wie Ängste.

Zwei Aspekte oder Gedanken möchte ich anführen, die jeder in sein Leben einbauen könnte. Ohne kosmische oder spirituelle Erklärungen zu liefern, kann man sagen, dass immer mehr Energie in alle Systeme einfließt. Das Sonnensystem erwärmt sich, Entwicklungen und Ereignisse beschleunigen sich, alles verändert sich und zerfällt schneller. Vieles wirkt wie aufgebläht, reich wird reicher, arm wird ärmer, Gewalt wird gewalttätiger. Dies gilt es zu erkennen und zu nutzen. Denn gleichzeitig erhält auch das Positive mehr Energie und das Bewusstsein kann sich vergrößern. Wenn auch die Masse zu verblöden und zu degenerieren scheint und die Jugend keine Orientierung erfährt und sich gehen lässt, es gibt immer mehr Menschen, die erwachen, die aufstehen und die suchen. Wenn nun auch in der Welt und im persönlichen Leben vieles zusammenbricht, es entstehen damit vermehrt Chancen, geistig und spirituell zu wachsen. Das Wesentliche wird sichtbar, das Bewusstsein erweitert sich. Statt Angst und Leid erscheinen Frieden, Erkenntnis, das Öffnen für den Nächsten und die Natur. Wer weiß, was dem Menschen dann alles möglich ist.

Als zweites möchte ich das Bild geben von sich drehenden, verschieden großen Zahnrädern. Die unterschiedlichen Kalender der Mayas werden oft so dargestellt, wie sie sich nach sehr langer Zeit wieder an einem Anfangspunkt treffen. Dieser Punkt bedeutet nicht das Ende der Welt, sondern der Beginn einer neuen Zählung. Versprochen ist die Wiederkehr der Götter. Im Weltgeschehen wie im persönlichen Leben drehen sich solche Zahnräder und geben schließlich wie ein geheimes Zahlenschloss dem Riegel den Weg frei, wodurch sich die Tür öffnet, durch die das Licht, die höhere Schwingung einströmen wird. Wenn wir dies im Auge behalten, können wir spüren, wie sich in unserem Leben vieles auf ein Ziel hin bewegt. Wenn wir Leid oder eine Erfahrung akzeptieren, wenn wir verzichten und vergeben können, wenn unser Ich zurücksteht, dann bewegt sich ein kleines oder großes Zahnrad. Und wir kommen dem Ziel näher. Es muss nicht Erleuchtung sein. Worum es (mir) geht, ist Mensch zu sein, der Neue Mensch. Mensch, so wie ein Mensch sein sollte. So wie Jesus war.

Samstag, 1. Oktober 2011

Über MMS

Was MMS (Miracle Mineral Supplement/Solution) ist, wie und bei was es hilft, darüber kann und sollte sich jeder selbst im Internet informieren. Es ist kein Medikament, das man nach einer bestimmten Vorschrift einnimmt. Es ist ein Mittel zur Wasserreinigung, das im Körper durch Oxidation viel stärker als Sauerstoff alle schädlichen Bakterien, Viren, Pilze und Schwermetalle beseitigt ohne gesunde Zellen und nützliche Bakterien zu zerstören. Ich selbst bin kein erfahrener Anwender, sondern kann hier nur meine persönlichen Erfahrungen mitteilen, wie der ganze Blog nur meine persönlichen Ansichten widerspiegelt, auch wenn es manchmal nach Weisheit klingt.

Über MMS hatte ich 2008 im Nexus-Magazin gelesen und mir vor fast zwei Jahren das Set kommen lassen, eigentlich mehr als Notfallheilmittel für kommende Zeiten, wenn es mal keinen Arzt und keine Medikamente mehr geben wird. Seitdem stand es im Schrank. Die Handhabung und die beschriebenen Begleitumstände schreckten mich ein wenig ab. Nach dem Entschluss zur Anwendung infolge der Augen- und Krebsgeschichte musste ich mich zunächst wieder im Internet kundig machen. Leider sind die Empfehlungen und Erfahrungsberichte nicht einheitlich. Es wird allgemein empfohlen, die Einnahme mit einem Tropfen zu beginnen und jeden Tag um einen Tropfen zu steigern bis zu zweimal täglich 15 Tropfen für eine Woche. Bei Übelkeit und Erbrechen soll die Dosis wieder um 1-2 Tropfen verringert werden. Ich denke, jeder Körper wird anders reagieren, und ich kann hier nur meine Erfahrungen wiedergeben.

Zunächst musste ich die 10% ge Zitronensäurelösung herstellen, indem ich einen Esslöffel der gelieferten Kristalle mit 9 Esslöffel Wasser mischte. Davon sollten jeweils 5 Tropfen per Pipette mit je 1 Tropfen des 28% gen Natriumchlorit für 3 Minuten gemischt werden. Später lernte ich, dass man mit weniger Wasser eine 50% ge Säure herstellen kann und damit weniger Tropfen zählen muss, also 1:1 mischen kann. Inzwischen habe ich mir aus Deutschland die beiden Komponenten in 2 Fläschchen kommen lassen.

Ich begann mit einem Tropfen vor dem Zubettgehen, auf den ich nach 3 Minuten den Becher auf die Hälfte mit Wasser füllte, und steigerte gleich jeweils um einen weiteren Tropfen ca. 5 Uhr morgens. Der Chlorgeruch, der sich während den 3 Minuten entwickelt, machte mir nichts aus, das Gebräu war halt sauer. Am 2.Tag stellte sich dann das ein, was ich in meinen täglichen Aufzeichnungen als "wäStu" bezeichne, als wässrigen Stuhl. Es ist kein Durchfall, der Darm entleert sich mit einem einmaligen, kräftigen Ausstoß von heller, wenn auch übel riechender Flüssigkeit mit gries- und flockenartigen Beimischungen. Dies erfolgt in der Regel unabhängig vom normalen Stuhlgang ein bis mehrere Male, heftig aber stets kontrollierbar.

Als ich bei 8 Tropfen angelangt war, stellte sich eine leichte Übelkeit ein. Dies zeigt an, dass mehr Schädliches zerstört wurde, als der Körper auf die Schnelle ausscheiden kann. In der Folge reduzierte ich um 2 Tropfen. Diese Dosis von jeweils 6 Tropfen vor dem Zubettgehen und 2 Stunden vor dem Frühstück halte ich für erträglich und ausreichend, wenn man unter keiner schweren akuten oder chronischen Erkrankung leidet und wie es auch von Dr. Douwes empfohlen wird. Dennoch experimentierte ich weiter, kam auch schon auf 13 Tropfen am Abend, aber es geht nicht darum, wie viel man erreichen kann. Statt Wasser benutzte ich bald Apfel- oder Traubensaft, wobei kein Vitamin C zugesetzt sein darf. Wichtig ist auch, Pausen bei der Anwendung zu machen. Heute halte ich die Dosis von 6 Tropfen zweimal in der Woche für ausreichend. Doch ich kann hier nur den Anstoß geben, das Wundermittel selber auszuprobieren. Wirklich gesund werden und sein kann nur der, der selbst Verantwortung übernimmt für seinen Körper, seine Gesundheit und sein Leben und nicht erwartet, dass Pillen oder bezahlte Ärzte die Symptome wegzaubern.

Etwas Entscheidendes geschah in den ersten Tagen der Anwendung. Ich stellte mir die Frage, ob mein Körper sich nicht doch gegen den Geruch und den Geschmack von MMS auf Dauer wehren wird. Da nahm ich die Antwort meines Körpers wahr: er verlangte geradezu danach und ich spürte, wie nach der Einnahme eine Leichtigkeit und Reinheit ihn durchzog. Von da an gestaltete sich die Kommunikation mit meinem Körper noch intensiver. Ich sende ihm Liebe zu und er gibt mit Freude zurück. Wenn ich atme, mich bewege, schwimme oder esse, führe ich ihm liebevoll Energie zu oder helfe ihm und seinen Organen und Systemen ihre Aufgaben zu erfüllen. Ich ernähre mich bewusster und gesünder, trinke z.B. keine Milch und keine Softdrinks mehr, esse mehr Gemüse und täglich einen Apfel und Naturjoghurt. Niemand kann sich sicher sein oder es sich leisten, nur vollkommen reine Produkte zu sich zu nehmen. Neben der Reinigung durch MMS segne ich deshalb das, was ich zu mir nehme und unterstütze das Immunsystem durch positives Denken. Wie man weiß. transportieren Nahrung und besonders Wasser vielfältige Botschaften.

Die Weisheit des Körpers

Wie viele Suchende glaubte ich, dass Erleuchtung im Elfenbeinturm stattfindet, also eine Sache des Geistes ist oder zumindest durch den Verstand vorbereitet wird. Nun lerne ich den Körper mit einzubeziehen, ja ich finde, dass ohne dies keine umfassende Erfahrung der Wirklichkeit geschehen kann. Dazu bedarf es weder spezieller Atemtechniken oder Bewegungen noch anderer Übungen. Die liebevolle - das ist das Schlüsselwort - Zuwendung genügt. Ein normaler Atemzug in Freundschaft und Vertrauen zum Körper, frei von Erwartungen und im Wissen, dass alles zum Besten gestellt ist, - und ich bin im inneren Raum, meiner Eremitenklause mitten auf dem Marktplatz. Wie kann ich den Nächsten und Gott lieben, wenn ich das mir am nächsten Liegende nicht lieben kann? Sich mit dem Körper zu vereinigen bedeutet sich mit allem zu vereinen. Der Körper ist sehr viel weiser als der Verstand, der wie ein Affe dauernd zwischen Vergangenheit und Zukunft umher springt. Der Körper ist immer in der Gegenwart. Er urteilt nicht und erkennt dennoch das Schöne und Gute, weiß, was heilt und nährt. Lange erträgt er unsere negativen Gedanken und Gefühle, bis er schließlich reagieren muss. Er ist auch der, der als Einziger wirklich sagen kann: ich bin gesund. Wir müssen nur lernen, auf ihn zu hören. Diese Sprache sollten die Kinder in der Schule neben den anderen Sprachen lernen.

Transformation

Es ist nicht so, dass ich außerhalb meines Körpers bin, aber manchmal habe ich Mitleid mit ihm, wenn er Bauchweh hat. Er ist mein Freund. Mit ihm in Einklang zu sein, bedeutet nicht, keine Schmerzen mehr zu haben. Aber der Körper sagt mir: damit werde ich fertig! Ich lese oft von Schmerzen und Beschwerden, die durch die stattfindende Höhertransformierung der Erde verursacht werden, durch Einflüsse von Sonnen oder anderen Energiequellen. Vielleicht leidet mein Körper zuweilen auch darunter, doch ich verstehe nichts von Dimensionen und Schwingungen. Aber ich glaube, dass eine Verwandlung des Körpers mit der des Bewusstseins einhergeht. Im Übrigen endet nach einer anderen Zählung der Maya-Kalender nicht erst am 21.12.2012, sondern schon in genau 28 Tagen!

Manches könnte ich noch über die Erfahrungen schreiben, die ich mit und durch meinen Körper mache. Aber meist sind sie sehr subtil und ich habe mir auch Zeit mit diesem Text gelassen, um sicher zu sein, dass es nicht nur Tagesimpulse sind. Ich fühle mich dem großen Geschehen nahe und meinem Gott-Vater, der hinter allem wirkt. Morgen steht die Kontrolluntersuchung des Auges an und ich freue mich, die beiden Ärztinnen wieder zu sehen. Ich werde das Thema Melanom nicht ansprechen. Wenn ich mir alle Abläufe und Gespräche sowie die Reaktionen der Augenkliniken in Deutschland auf meine Bitte um eine 2.Meinung recht anschaue, dann komme ich zu der Überzeugung, dass da keine Krebs war und ist. Es ist in diesem Land so, dass es keine endgültige Antwort auf eine Frage geben kann, dass man einer Sache nicht auf den Grund gehen kann und dass die Thais, die ja das Rad erfunden haben, nie einen Fehler machen oder ihn jedenfalls nie zugeben können. Keiner wird den anderen eines Fehlers bezichtigen. Denn nicht nur dass der Betreffende sein Gesicht verlieren wird, man setzt sich auch der Anklage wegen Verleumdung aus und riskiert Freiheit oder Leben. Es ist mir gleichgültig, ob dieser Pathologe mit seiner Diagnose richtig lag oder nicht. Ich bin froh über das Erlebte, es hat mein Leben verändert.

Montag, 8. August 2011

Nachtrag Zahnarzt

Gestern hatte ich mal wieder unter Verständigungsproblemen zu leiden. Leiden ist im wörtlichen Sinn gemeint, wenngleich es nicht schlimm war. Der Zahnarzt hatte mich ja für Sonntag um 11 Uhr in den vollen Terminkalender eingeschoben. Zu einer kurzen Nachschau wegen der Zahnfleischentzündung, wie ich dachte. Zuvor war ich noch schwimmen, diesmal mit Musikuntermalung, da die Anlage aufgebaut war für die Aktivität am Nachmittag, eine Art Kinderbasteln zum Muttertag. Dieser ist am 12.August, dem Geburtstag der Königin. Vor dem Eingang zum Muban ist ein großes Bild von ihr aufgestellt und am Abend dieses Tages werden die Bewohner der Siedlung am See genau wie an vielen öffentlichen Plätzen wieder die Hymnen singen und mit Kerzen in den Händen die Mutter des Landes hochleben lassen.

Dass wir eineinhalb Stunden warten mussten, wunderte mich, zumal ja der junge Arzt bereits im Wartezimmer mir kurz in den Mund geschaut hatte. Andere Erstpatienten wurden auf den Nachmittag vertröstet. Der mürrische Zerberus am Empfang, wohl die Altärztin und Chefin, meinte derweil, ich käme gleich dran. Als ich dann schließlich vor meiner Ärztin auf dem Stuhl lag, wurde kurz meine Gattin dazu gerufen, um mir auszurichten, dass nochmals Zahnstein entfernt werden müsse. Keine Spritze, nur "etwas Einschmieren", übersetzte sie mir. Ein weiterer Dolmetscherfehler. Denn schon wurde die Spritze angesetzt und mindestens viermal eingestochen. Gespürt habe davon allerdings nichts und sehen konnte ich wegen des Tuches auf meinem Gesicht nur das, was sich vor der Nasenspitze abspielte. Da wurde dann weiter kräftig geschabt und gekratzt, Tupfer eingespannt und leicht blutig wieder entfernt, Beläge an die Assistentin weitergereicht und schließlich zwei große Spritzen Spülflüssigkeit reingedrückt. Ich fühlte mich überrumpelt und hilflos. Die Behandlung war einfach beim letzten Termin nicht fertig durchgeführt worden, da meine liebe Gattin ja angegeben hatte, wir wären unter Zeitdruck, damit bei ihr die Zähne nicht gezogen werden konnten. Dass die Ärztin die Reinigung später fortsetzten wollte, hatte mir meine Frau nicht gesagt, und "später" beim Zahnarzt bedeutet bei ihr den Sankt Nimmerleinstag.

Als ich dann etwas betäubt aufgestanden war und an der Rezeption erschien und Dr.Pupa, nun wieder ohne Plastik-Gesichtsschild und nur mit Haarnetz, mein ernstes Gesicht sah, fragte sie besorgt, ob sie mir Schmerzen bereitet hätte. Das sicher nicht. Aber mir war nicht nach Lächeln zumute, zumal ein Teil der dafür zuständigen Muskeln gelähmt war. Der Zerberus und sie gaben mir wieder einen Beutel mit 15 losen Amoxy 500 und betonten, wie wichtig es sei, dass ich sie alle nähme. Am besten zweimal täglich zwei Kapseln, dann wirkten sie schneller. Ich hatte ja noch welche vom letzten Mal, aber meine Gattin flüsterte mir zu, ich solle sie nehmen, sie könnte sie ja auch gebrauchen. Und das Zähne putzen nach jedem Essen würde die Zahnsteinbildung verhindern, sagten sie. Auf dem Rechnungsvordruck war "root planing" angekreuzt, also Wurzelpolieren, und zu zahlen hatte ich den Einheitspreis von 400 Baht. Beim Verabschieden hob die Ärztin die Hände zuerst zum Wai und ich erwiderte die ungewöhnliche Geste gern und mit einem versuchten Lächeln. Ich liebe das weibliche Gesundheitspersonal dieses Landes.

Wie geplant fuhren wir anschließend mit dem Taxi zum Busbahnhof am Flugplatz und von dort mit dem Bus zum Einkaufszentrum Future Park. Unterhaltung kam für mich nicht in Betracht, einmal wegen der Betäubung der Mundpartie, die sich bisweilen über die Nase zur Stirn und hinab zum Herzen bemerkbar machte, und zudem weil ich ein wenig angesäuert war. Ist nicht Übersäuerung des Körpers ein Nährboden für Tumore? Jedenfalls war nach der 80 minütigen, schweigenden Fahrt die Welt und mein Mundwerk wieder in Ordnung. Wir speisten im Fuji, kauften etwas ein und fuhren dann zum großen IT-Kaufhaus ZEER, wo ich letzte Woche ein neues Notebook gekauft hatte, das ich nun aufrüsten ließ. Beim alten war die Grafikkarte nicht mehr zu ersetzen, aber meine Daten bis auf die Lesezeichen des Firefox konnten gerettet werden.

So erwies sich mal wieder wie so oft in meinem Leben, dass was zuerst als negativ, bedrohlich und unannehmbar erschien, sich zuletzt doch als positiv und notwendig herausstellte. Heute habe ich keine Beschwerden mehr im Mund. Aber 2,3 Vorsätze habe ich gefasst: öfters die Zähne zu putzen und früher zum Zahnarzt zu gehen und mir endlich mal die thailändische Schrift beizubringen, um leichter die Sprache zu erlernen.

Freitag, 5. August 2011

Beim Zahnarzt

Viele Jahre ertrug meine Gattin ihre Schmerzen, weil sie Angst vor dem Zahnarzt hatte. Zuletzt halfen auch die Tabletten nicht mehr. Vor allem abends, wenn sie kalten Hopfentee zu sich nahm, setzten die Schmerzen ein. Vor zehn Tagen nun hat sie ihre Ansgt überwunden und sich den Backenzahn ziehen lassen. Und sie hat davon nach zwei Spritzen gar nichts gespürt. Ein Stück schlechte Laune wurde dabei anscheinend auch entfernt. Für letzten Montag hatten wir für uns beide einen weiteren Termin vereinbart.

Die Praxis ist ein kleiner, neu eingerichteter Familienbetrieb, wie meine Gattin meint. Sie befindet sich nicht weit von unserer Siedlung entfernt an der Hauptstrasse. Wie üblich muss man die Schuhe vor dem Eingang ausziehen und kann in Plastikschlappen schlüpfen. Hinter dem Warte- und Empfangsraum stehen drei Behandlungsstühle, durch Vorhänge getrennt. Alles ist neu und sauber. Uns behandelte die Frau Doktor, eine junge, zierliche Person mit einem breiten Lächeln. Ihre zarten Hände füllen die Latexhandschuhe nicht aus. „Dr. Pupa“ ist auf ihrem weissen Kittel aufgestickt, wobei die Betonung auf dem langen „a“ liegt.

Wir hatten uns zuvor nach den Preisen erkundig: 400 Baht sowohl für das Ziehen wie für die Zahnsteinentfernung, die ich an diesem Termin vornehmen liess. Dafür musste nicht wie letztes mal bei meiner Frau der Blutdruck gemessen werden. Aber wie erwartet musste ich die Brille ablegen und mir wurde die Sicht genommen durch das übergeworfene, grüne Tuch, das nur das Operationsfeld freiließ. Die Behandlung selbst sowie das Absaugen durch die Assistentin waren in keinster Weise unangenehm. Und weil Arbeit in diesem Land auch Spaß machen muß, blieb ihnen genug Zeit für Lachen und Unterhaltung. Meiner Gattin sollten zwei wacklige Zähne gezogen werden, allerdings drückte sich wieder. Sie habe keine Zeit, war die durchschaubare Ausrede. Zuvor habe ich vergeblich versucht, sie davon zu überzeugen, dass sie sich die Zähne gar nicht ziehen lassen muß, wenn sie anfängt, MMS-Tropfen zur Zahnpflege zu benützen. Aber sie will vom dem indischen Zeug, wie sie sagt nichts wissen. Indisch nur nach dem Absender des MMS-Sets, das ich mir hatte schicken lassen.

Dabei könnte ich nun selbst die Tropfen im Mund anwenden. Denn heute mußte ich wieder zum Zahnarzt. Wir waren gestern mit Freunden beim Essen. Unter anderem gab es gebratenen Fisch mit fritierten Blättern des Zitronenstrauches und Fasern von Zitronengras. Eine harte Faser ist mir wohl zwischen Zahn und Zahnfleisch geraten, denn kurze Zeit später war die Stelle schmerzhaft. Nachts um drei nahm ich schließlich eine Tablette. Die Praxis ist gut besucht, aber wir erhielten einen Termin kurz vor Mittag, zwei Stunden nach unserem Anruf. In Abwesenheit der Ärztin behandelte mich der junge Arzt. Mit seinem Instrument untersuchte er das Zahnfleisch, konnte aber außér reichlich Eiter keinen Fremdkörper finden. Ich bekam zwei kleine Tüten mit losen, bunten Pillen, Antibiotika und Schmerztabletten, und eine Flasche antiseptischer Mundspülung und zahlte für alles 100 Baht, ca. 2,40 Euro. Am Sonntag soll ich wieder vorbeikommen.

Nach einer Brokkolicremesuppe nahm ich die Tabletten und holte meinen Schlaf nach. Als ich drei Stunden später zum Schwimmen ging, hatte ich meine Beschwerden schon vergessen. Im nächsen Post muss ich endlich auf meine Anwendung der MMS-Tropfen eingehen.

Dienstag, 12. Juli 2011

Ich hatte da ein bisschen Krebs

Noch einmal zur Augengeschichte:

Entspannt reisten wir am Sonntagmorgen an, tranken an der Silom einen Cappuccino und holten dann aus der Radiologie im 4.Stock den Bericht und die Bilder der Ultraschalluntersuchung ab. An beiden Seiten des Halses sowie an der Schilddrüse sind keine Abnormitäten feststellbar, stand da. Wir erhielten allerdings einen Riesenumschlag, obwohl ich am Mittwoch wie verlangt den kleinen mit den Ergebnissen der letzten Untersuchung des Oberbauches mitgebracht hatte, und wir mussten den ganzen Tag diesen großen Umschlag mit uns herumtragen.

Im 11.Stock wurde nach kurzer Wartezeit mein Name aufgerufen und ich durchlief wieder die Eingangstests. Diesmal führte den Innendrucktest allerdings Khun Danokwan durch, die nette Schwester, bei der wir uns letztes Mal mit einer Schachtel Ferrero Roger bedankt hatten. Sie begrüßte mich freundlich und meinte, sie habe mich jetzt eine Weile nicht gesehen. Sie machte den Test mit den Luftstößen professionell und ich hatte normale Werte.

Ich freue mich immer, Dr.Usanee zu sehen. Diesmal besonders, weil ich ihr auf ihre Eingangsfrage nach meinem Befinden wahrheitsgemäß antworten konnte, dass ich mich großartig fühle, ich das Leben genieße und keine Angst vor dem Krebs mehr habe. Sie gab mir einen kräftigen Händedruck. Den ihr vorliegenden Bericht wollte sie mir kopieren lassen, aber ich hatte ihn ja bereits. Sie kommentierte ihn nicht und das Thema Melanom wurde weder von ihr noch von mir erwähnt. Es ging nur um das Auge, um dessen Heilungsfortschritt. Zunächst prüfte sie das rechte. Vom linken machte sie Fotos, die sie mir auf dem Bildschirm zeigte. Die Restwunde sah hier besser aus als im Spiegel. Sie ließ mir von der Schwester einen Tropfen ins Auge geben und machte eine Aufnahme in Grün. Auf Nachfrage erklärte sie, dass sie hierbei die Konsistenz der Oberfläche prüfen könne. Es sei keine Wiederkehr eines Tumors zu erkennen. Wir vereinbarten einen Kontrolltermin in drei Monaten. Aber ich könne ihr auch mailen, wenn ich den Termin nicht einhalten könne oder sonst etwas am Auge sei. Als ich angab, dass die alten künstlichen Tränen ein Brennen verursachten, verschrieb sie mir andere, die ich nun auch gut vertrage. Sie fragte, wo meine Frau sei. Diese hatte es vorgezogen, sich im großen Wartesaal mit ihrer Illustrierten zu beschäftigen. Dr.Usanee trug mir Grüße an sie auf. Ich sagte, dass meine Gattin nicht bereit sei, über das Thema Krebs mit mir zu reden. "Tell her, everything is ok!", war ihre Antwort. Ich solle weiter das Leben genießen.

Ich musste eine Stunde warten, um zu Dr.Wasee gerufen zu werden und war in wenigen Minuten wieder draußen. Vielleicht brauchte ich deshalb nur einmal das Arzthonorar von 300 Baht (ca. 7.14 Euro) zu bezahlen. Dr.Wasee prüfte beide Augen an der Spaltlampe und war sehr zufrieden mit dem schnellen Heilungsfortschritt. Da muss ich wohl noch an meiner Geduld arbeiten. Die Äderchen, die mir am rechten Auge auffallen, seien normal. Ich gab den Eindruck wieder, dass es besser ist, das Auge in Ruhe zu lassen. Die neuen Tränen bräuchte ich nur alle vier Stunden nehmen. Sie sah im Kalender nach, an welchem Sonntag im Oktober sie anwesend sein wird. So werde ich diese liebe Ärztin auch wieder sehen.

Draußen erhielt ich noch den Zettel mit dem Termin. Zu zahlen hatte ich für alles 585 Baht (ca. 14 Euro), incl. 165 Baht für die neuen Tropfen. Es ist bewundernswert wie bei den vielen Patienten der ganze Ablauf ohne viel Durcheinander und große Verzögerung gestaltet wird. Einige Mitarbeiter sind nur damit beschäftigt, Zettel und Akten hin und her zu tragen. Wartezeiten sind allerdings hin zu nehmen.

Wir aßen wieder im Fuji zu Mittag und fuhren anschließend mit der U-bahn zum Hauptbahnhof, wo wir den Bus nach Bangkhae zur Familie des Schwagers nahmen. Die einstündige Fahrt für 7 Baht geht durch Chinatown über den Chao Phraya nach Thonburi. Am Grabmal der Mutter brachten wir wie gewohnt Räucherstäbchen und Blumen dar. Der Suan Luang 2, den wir danach besuchten, ist um eine weitere, riesige Marktfläche vergrößert worden und es herrschte großes Gedränge. Meine Gattin kaufte sich einen Kaktus ihrer Lieblingssorte und ich bekam Durst auf eine Dose Bier, das ich aus einem mit Eis gefüllten Plastikbecher durch den Strohhalm trank. Auf der Rückfahrt begann es zu schütten, doch wir blieben trocken, da wir solange im Big C einkaufen gingen. Gestalten der Nacht waren bereits auf den Gehsteigen in der großen Stadt zu sehen, als wir mit dem Bus zurück zum Bahnhof fuhren, wo wir noch in einem Nudelrestaurant Halt machten.

Die ganze Aufregung um den Krebs ist dem Bericht eines Pathologen zu verdanken, der Ende Mai den zwei Tage zuvor herausgeschnittenen Pickel unter dem Mikroskop untersuchte und den Verdacht auf dieses sehr seltene, aber todbringende, bösartige Melanom der Bindehaut äußerte. Der 1 mm breite Rand sei zwar frei, aber Tumorzellen befänden sich am Boden der Probe. Das Ergebnis bestätigte er dann selbst noch mal und die teure immunhistologische Einfärbung konnte bei ihm dann auch kein anderes Resultat bringen. Er beschreibt dabei pleomorphe Zellen, das dem entspricht, was alternative Krebsforscher mit für die Ursache oder Anzeichen von Krebs halten, also die Eigenschaft, bzw. Fähigkeit von Zellen oder Mikroorganismen, ein unterschiedliches Erscheinungsbild anzunehmen. So können Parasiten, Protozoen, Endobionten, polymorphe Trichomonaden oder wie sie es auch nennen als Bakterien, Viren oder Pilze auftreten. Krebs ist demnach eigentlich in jedem Menschen schlummernd vorhanden. Diese Parasiten können lange Zeit unauffällig in Symbiose leben, aber in übersäuertem oder radioaktiven Milieu entarten sie und vermehren sich dann unkontrolliert, besonders bei schwachem Immunsystem. Das Terrain entscheidet, ob und wie sie sich vermehren.

Es gibt viele alternative Heilmethoden für Krebs. MMS ist ein kostengünstiges und absolut effektives Mittel. Über MMS, wie ich es anwende und wie es wirkt, werde ich in einem gesonderten Eintrag schreiben. Es ist ein wahres Wundermittel. Es zerstört alle Bakterien,Viren, Pilze und Schwermetalle ohne dem Körper zu schaden. Ich bin sicher, dass es in mir wirkt und ich keine Krebszellen mehr habe.

Auf der anderen Seite gilt es, das Immunsystem wieder aufzubauen. Franz von Assisi nannte seinen Körper "Bruder Hinterteil". Ich habe meinem noch keinen Namen gegeben, aber wir haben nun ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Ich versuche auf ihn zu hören. Wenn er meint, er habe genug, dann schiebe ich den Teller weg. Wenn er meint, ausgeschlafen zu haben, dann stehe ich auf oder drehe mich höchstens noch fünf Minuten um. Wir freuen uns, täglich das Wasser im Pool zu durchschwimmen, uns zu bewegen, die Lungen mit frischer Luft zu füllen. Ein Hungergefühl macht uns nichts aus. Auf Kuchen, Eis und Knabberzeug verzichte ich. Was ich esse, segne ich oder ich bitte um Gottes Segen. Mein Blutdruck ist runter und ich habe 5 oder 6 Kilo abgenommen. Ich fühle mich rundum gesund und wohl.

Dadurch dass ich bewusst und freudig in und mit meinem Körper bin, kehre ich auch immer wieder in den gegenwärtigen Augenblick zurück. Und bin somit dem Göttlichen nahe.

Samstag, 9. Juli 2011

Der Wesenskern

Wenn jemand einen Blog betreibt mit dem Thema Erleuchtung, wird er sicher nicht eines Tages schreiben : „Gestern habe ich die Erleuchtung erlangt. Ihr könnt Buddha zu mir sagen.“. Er wird sich in diesem Fall wohl eine Weile Zeit nehmen, um seine Erfahrung zu vertiefen und an das Leben anzupassen. Vielleicht wird sein unbedeutender Bog nicht mehr sein Podium sein. Nun, ich spreche nicht über meine Erleuchtung, aber ich wollte warten, um das zu prüfen und die richtigen Worte dafür zu finden, was ich glaube, der Welt verkünden zu können. Allerdings hätte ich das schon vor Monaten tun sollen. Es hat wohl der Sache mit dem Auge bedurft, um mir zu zeigen, dass des faulen Mannes Weg zur Erleuchtung nicht funktioniert.

Es ist ein einfacher Gedanke, eigentlich nicht neu und doch potentiell weltbewegend. Keine Lehre und doch passt er auf viele Lehren und Wege und hilft aus manchen Sackgassen heraus und er kann die Welt erklären.

Als Jugendlicher flehte ich: „Gott, ich will Dich sehen!“ Ich stellte Thesen auf: „Wenn Gott nicht in dieser Pfütze sein kann, dann ist er nicht Gott.“ „Es kann nicht das Unvollkommene geben, denn wenn das Vollkommene nicht auch das Unvollkommene sein kann, dann ist es nicht vollkommen.“ Mir wurde bewusst, dass wir im Innersten eins mit dem Göttlichen sein müssen. Ausgedrückt fand ich es in: Atman gleich Brahman. Dieser Satz zog mich nach Indien, ließ mich Haus und Hof verlassen und Buddha gleich auf die Suche gehen.

Heute hören wir oft: „Wir sind göttlich. Wir sind Söhne und Töchter Gottes. Wir sind Gott.“ Und es ist wahr, es ist erfahrbar wahr. Nur ist es für den Suchenden ein langer Weg, voll von falschen Verheißungen und Enttäuschungen. Wie sollen die beiden Enden zusammen gebracht werden? Zu viele Lehren und Richtungen, zu viele menschliche Schwächen stehen da dazwischen. Dabei ist das ganze Universum daraufhin ausgerichtet. Man könnte sagen, dass es auf der Erde wie im Universum darum geht, dass jedes Lebewesen seine Bestimmung finden und leben kann und dabei glücklich ist. Diese Glückseligkeit wird der Mensch nur finden, wenn er seinem natürlichen Bedürfnis der Suche nach dem Vollkommenen nachgeht und dieses findet oder sich darin wieder findet. Die Suche gestaltet sich meist schwierig und kann in Sucht oder Resignation stecken bleiben. Das geschieht, wenn man lediglich die beiden Pole sieht, den Menschen und Gott, und als Mensch versucht, innerhalb seiner Vorstellung mit Gott gleich zu ziehen. Doch der Mensch ist mehr als nur Körper und Verstand.

Der Mensch hat eine Seele, noch besser: der Mensch ist Seele. Körper und Seele sollten aber nicht getrennt werden. Man darf nicht versuchen, diesem Leben zu entrinnen, um die in einer anderen Existenz oder in einem Erleuchtungszustand wartende Glückseligkeit zu genießen. Aber dennoch können wir uns als Seele, als Geist erfahren. Ja, wir können bis auf den Seelengrund gelangen, wie Meister Eckhart lehrte, und dort in das Göttliche eintauchen. Dies ist unser innerstes Wesen, unsere Anbindung an Gott. Manche nennen es Gottesfunken oder Christuslicht. Im Urantia-Buch wird erklärt, dass jedes Menschenkind bei seiner ersten Entscheidung für das Gute einen Gedanken-Justierer bekommt. Ich mag diesen aus dem Englischen übernommenen Begriff nicht besonders, aber es beschreibt das, was ist und geschieht. Dieser (ich nenne es:) Wesenskern ist bestrebt sich mit unserem Bewusstsein, unserer Persönlichkeit zu vereinen. Er ist in allem Gott-gleich, nur dass er erst Persönlichkeit erhält in der Vereinigung mit dem Wesen, dem er innewohnt. In ihm sind wir mit Gott und mit allem Leben und mit der ganzen Schöpfung verbunden. Der Wesenskern respektiert unseren freien Willen. Und doch hört er nicht auf, mit Liebe und Geduld uns zur Freiheit zu führen.

Diese Vorstellung eines innewohnenden göttlichen Wesenskerns passt wie eine Schablone auf fast alle religiösen Erfahrungen und Bekenntnisse. Es bleibt nichts anderes zu tun, als diesem Wesenskern in uns Raum zu geben. Es kann also gesagt werden, dass wir göttlich sind, dass wir bereits erleuchtet sind, es nichts zu erreichen gibt, weil es bereits da ist. In diesem Sinne ist Gotteserkenntnis Selbsterkenntnis. Wenn wir uns Gott im Gebet zuwenden, tun wir dies in, durch und für unseren Wesenskern. Im Wesenskern erfahren wir die unendliche Liebe Gottes und können nicht anders, als diese Liebe zu erwidern. In dieser Liebe ist noch eine besondere Kraft: die Liebe und Führung durch Jesus, die ganz dem Menschen zugewandte Seite Gottes. Dies wahrzunehmen ist eine Sache der Erfahrung, nicht nur des Glaubens. Es gehören aber noch einige Voraussetzungen dazu, den Wesenskern, dieses Reich Gottes, das Jesus lehrte, zu erreichen. In weiteren Posts werde darüber schreiben. Vorausgeschickt sei, dass es keinesfalls um eine Lehre geht. Die Wahrheit ist immer etwas Lebendiges, das sich nicht in Formeln oder Credos oder in intellektuelle Leitbilder einsperren lässt.